Was uns gefällt: Julia Stone – By the Horns

Eine Nachtfahrt. Die Strassen sind leer und die Lichter im Tunnel verschwimmen.
Genau jetzt sollte „By The Horns“ von Julia Stone laufen. Es ist das zweite Solo-Album der Australierin, die die andere Hälfte des Geschwisterduos Angus & Julia Stone verkörpert.

Das Album wurde unterwegs geschrieben, an vielerlei Orten, immer auf der Reise und verleiht dem Sound durch die nachdenklichen Texte und ihre markante Stimme eine sehr persönliche Note.
Mit ihrer Lyrik entscheidet sich Julia Stone bewusst dafür, einen Schnappschuss ihrer Erinnerungen preiszugeben. Und gerade diese Tatsache macht die Musik in einer gewissen Weise fragil, dass sie umso wertvoller erscheint. Eher melancholisch erzählt sie vom Leben und den vielen Gesichtern der Liebe, an welche sie trotz allem glaubt. Es ist ein Album, welches man wirklich aufmerksam hören muss, um es in seiner ganzen Intensität wahrnehmen zu können.

Julia Stone arbeitet mit Kontrasten in ihrem weitgehend akustischem Sound. Die Leichtigkeit der Klaviermelodie gepaart mit dem Schwermut der Stimme und einer starken Basslinie und Drums machen den Charakter von „It’s All Okay“ aus. „Break Apart“ endet mit einem klassischem Instrumental Fade Out von E-Gitarren, es verschwimmt. Besonders flächig wird der Klang in „With The Light“, ein Tribut an die Freiheit. Im ständigen Prozess baut sich der Song auf und beinhaltet mehrstimmige Parts im Recording. Ein nahezu schwebender Zustand. „By The Horns“ , der vorletzte und namensgebende Titel, fasst zusammen mit den einleitenden Worten „I learnt my lesson“.

Und ein trauriges Schlaflied voller Melancholie beendet dann alles. Es ist simpel gehalten, frei von allem Überflüssigen.

„By The Horns“ ist ein außergewöhnliches und sehr ehrliches Album, wirklich verträumt in seiner Nachdenklichkeit. Wer noch weiter gehen will, kann sich ein wenig dem Booklet widmen. Der Stimmung entsprechend schlicht in schwarz-weiss gehalten finden sich auch passende Artwork Photographien darin. Ein kleiner, bescheidener Schatz in jeder Plattensammlung.

(C) Text Ilke Redweik

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