Eine Hymne für die Wand: Heroes/Helden (David Bowie) von Ralf Brög aus der Werkreihe ZERO RPM RECORDS

ZERO RPM RECORDS , Ausstellungsansicht Petra Rinck Galerie, Düsseldorf, Foto: Achim Kukulies

Ein analoges Abbild des Klangs. Ins Bild gesetzt 2013 von Ralf Brög.

Die exklusive Edition für A&O:Medien, Düsseldorf. Ab sofort erhältlich.

1981. Wir saßen im Kino in der dritten Reihe. Der Film sollte uns eigentlich vor den Gefahren von harten Drogen warnen. In Wirklichkeit bebilderte er die Suche nach dem großen Abenteuer. Scheitern inklusive. Die neonbunt-aufgehübschte Großstadt-Variante unserer eigenen Kleinstadttrostlosigkeit. Als dann zu Bowies „Heroes/Helden“ die Clique durch das nächtliche Berlin rannte stieg unser Puls. Da brannte Leben von der Leinwand. Wen kümmern die Folgen, wen kümmert der Kater vom Tag danach. Es ging um das Hier und Jetzt. Wir waren so wie die auf der Leinwand. Wir waren Helden – von uns aus auch nur für einen Tag. Die kritische Distanz, mit der Bowie singt, Liebespaar, Mauer und Krieg, all das war uns ziemlich gleichgültig.

“We can be Heroes
just for one day
we can be us
just for one day”

Heroes/Helden war eine Hymne für die Jugend der Nacht. Für alle, die anders dachten und waren.  Für uns. Selbst die Faszination, die Berlin mit Risiko, SO36 und Dschungel ausübte, hing für uns Wessi-Punks mit Heroes/Helden zusammen, so fest hatten sich die Bilder aus „Christiane F.“ in unsere Köpfe gebrannt. Eben auch deshalb, weil die Realität mit den Filmbildern mithalten konnte. Dank des immer präsenten Soundtracks, der nicht mehr aus unseren Köpfen verschwand.

„Niemand gibt uns eine Chance
Doch wir können siegen
für immer und immer
und wir sind dann Helden
für einen Tag“

Das Lied wurde im Laufe der Jahre wie wild gecovert, verhunzt und für Werbung missbraucht. All das hat es unbeschadet überstanden. Die Platte hat in all den Jahren ein paar kleine Kratzer abbekommen. Die kann man sehen, wenn man ganz nah ran geht. Gut so.

David Bowie. Heroes/Helden. Super Sound Single 45RPM. English/German Version. RCA VICTOR. 1977.Bowie/Eno. Produziert von Tony Visconti.

HEROES/HELDEN (ZERO RPM RECORDS)

Pigmentdruck, 80 x 80 cm, limitiert auf 26 + 7 AP, auf Alu-Dibond, gerahmt, nummeriert und signiert.

Exklusiv für A&O Medien, Schadow Arkaden Düsseldorf.

€ 500,-

Ralf Brög macht für uns diese Musik sichtbar. Jeder Ton, jedes Wort, jede kleinste Information, die ursprünglich in Vinyl gepresst wurde, ist vorhanden. Der Klang wird in eine neue, bildliche Dimension übersetzt. Die Reproduktion der analogen Abtastrille komprimiert Emotionen und Erinnerungen, die gesamte Geschichte des Songs steckt in einer einzigen Linie. Der Klang wird erkennbar, zweidimensional und strukturiert. Und geht so über die akustische Wahrnehmung hinaus. Die Musik wird nicht interpretiert, sondern von einem Medium in ein anderes Medium übertragen. Hintergründig statt plakativ. Abstrakt, codiert und doch so nah am Original.

Ralf Brög Biographie

1967 in Stuttgart geboren, lebt in Düsseldorf und Sunderland

1991-1996 Staatliche Kunstakademie Düsseldorf

  • Prof. Anthony Cragg, Skulptur
  • Prof. Christian Megert, Integration Kunst und Architektur
  • Prof. Gerhard Merz, Malerei
  • Prof. Oswald Wiener, experimentelle Ästhetik

1996-1997 Goldsmiths College, University of London, DAAD-Stipendium

2001-2003 scholarship Henry Moore Foundation, University of Sunderland

2003-2006 Visiting Lecturer, School of Fine Art, Design, Media & Culture,
University of Sunderland

2005-2007 Seminar leader, academy of fi ne art Stuttgart

seit 2006 Part-time lecturer(0.2), School of Fine Art, University of Sunderland

2006-2007 scholarship Kunststiftung Nordrhein-Westfalen

http://www.ralfbroeg.de/            http://www.petrarinckgalerie.de

Pressetext zur Reihe “Music” von Ralf Brög

Vielen Dank an Ralf Brög und Petra Rinck.