Was uns gefällt: Malia – Black Orchid

Die britische Sängerin Malia hat offensichtlich ein Faible für Blumen. Das 2002er Erfolgsalbum Yello Daffodils widmete sie Ihrem verstorbenen Vater, dessen Lieblingsblumen gelbe Narzissen waren. Nun folgt mit Black Orchid eine Hommage an die 2003 verstorbene großartige Sängerin, Pianistin und Songschreiberin Nina Simone.

Simone, die stets die Bezeichnung Jazz für Ihre Musik als Beleidigung ablehnte und diese lieber „black classical music„ nannte, war tatsächlich stilistisch so vielseitig, dass ihr Repertoire aus Pop, Blues, Gospel, Jazz und Soul-Songs bestand. Bezüglich der Genrevielfalt sicher auch eine Parallele zu Ihrem Idol für die ursprünglich in Malawi aufgewachsene Malia, deren bisherige Alben unterschiedlichste Stilelemente enthielten. Black Orchid ist konzeptionell trotzdem ein Balladenalbum in jazzigem Gewand geworden. Das Repertoire umfasst einige der bekanntesten von Simone interpretierten Songs. Das ursprünglich sehr lebhafte „My Baby just cares for me„ wird durch reduziertes Tempo zum sentimentalen Liebeslied, „Feeling Good“ bekommt durch die etwas verspielte Instrumentierung einen ganz eigenen „Smile Faktor„ und „I put a spell on you„ kommt gänzlich ohne Geschrei aus und man glaubt trotzdem an die Zauberwirkung. Über allem liegt bei dieser extrem behutsam produzierten Musik die laszive, warme und leicht brüchige Stimme Malias. An Tribute-Alben scheiden sich meistens die Geister zwischen Tradition und Neuem. Egal, welche Interpretation man nun bevorzugt, diese Stücke gehören eigentlich in jeden Haushalt.

Hinterlasse eine Antwort