Was uns gefällt: Christina Pluhar / L’Arpeggiata – Los pájaros perdidos – The South American Project

“Klassik Ohne Grenzen “ heißt die Kategorie in der Christina Pluhar und Ihr Ensemble L’Arpreggiata für die Aufnahme „Teatro d’Amore“ 2009 den begehrten deutschen Echo Preis erhielten. Dies war nur eine unter zahlreichen Auszeichnungen für die gebürtige Österreicherin und Ihr kleines Multi-Kulti Orchester, aber besagte Preis-Kategorie steht synonym für das musikalische Wirken und die Visionen von Christina Pluhar. Die Basis bildet die frühe Musik der Renaissance und des Barocks.

Nach dem Studium an der heimischen Grazer Musikhochschule, lernte Pluhar Laute und Barockharfe in Den Haag, Basel und Mailand. Als Solistin arbeitete sie mit Koryphäen der alten Musik wie Jordi Savall und Rene Jacobs zusammen, bevor sie im Jahr 2000 Ihr eigens Ensemble L’Arpeggiata gründete. L’Arpeggiata ist ein multiples Ensemble, mit Italienern, Franzosen, Finnen, Deutschen, Briten, Rumänen, Japanern und unterschiedlichsten Gastmusikern und -Vokalisten. „ Ich nehme nur Leute, die musikalisch biegsam und flexibel sind „ sagt Pluhar und spielt damit indirekt auf die Besonderheiten der frühen Musik an. Kompositionen aus jener Zeit sind oft nur roh notiert. Pluhar: »Es gibt tausend Subtilitäten, die damals nie aufgeschrieben wurden. Wenn wir eine Partitur angucken, haben wir Skelette vor uns.“ Und dieses Skelett durch gekonntes Improvisieren mit Muskeln, Organen, Haut und Geist auszustatten schafft L’Arpeggiata.

Wer das Glück hatte das Ensemble beim letzten Altstadtherbst zu sehen weiß, wovon die Rede ist. Diese Sensibilität alte Musik mit dem heutigen Geschmack zu vereinen und folkloristische Elemente mit Kunstmusik zu verschmelzen ist einzigartig. Auch für das jüngste, das „South american project“, liegt der Ursprung im Mittelalter bzw. den musikalischen Exporten aus der alten Welt in Form von Instrumenten und Melodien aus Spanien und Portugal. Anders als in Europa ist das Instrumentarium aus der alten Zeit bzw. deren nahezu identische Nachfolger in Südamerika durchaus aktiv in Gebrauch. “Wenn man die Barockharfe neben der paraguayanischen Harfe oder die Barockgitarre neben dem Cuatro hört, hat man das Gefühl, dass sich Cousins wiedertreffen”, sagt Christina Pluhar. “Das passt wunderbar zusammen.” Das Repertoire erstreckt sich von sehnsuchtsvollen Boleros und Tangos bis hin zu Canciónes und sogar einem Wiegenlied mit dem das Album beginnt.

Traditionelle südamerikanische Volkslieder stehen hier gleichberechtigt neben zeitgenössischen  Kompositionen von u.a. Astor Piazolla oder Consuelo Velazquez. Deren Welthit „Besame Mucho“ wird hier von der grandiosen Sopranistin Raquel Anueza interpretiert.

Weitere gesangliche Unterstützung erhält das Projekt durch den Star-Countertenor Philippe Jaroussky der an fünf Stücken beteiligt ist.  Für den authentischen Sound sorgen einige südamerikanische Gastmusiker wie der großartige Gitarrist und Mitarrangeur Quito Gato. Das Ergebnis ist ein unglaubliches Klangfest von Gitarren, Harfen, Perkussion und wunderbaren Stimmen.

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